RÜBIG Nitrierseminar 2018

Ein wichtiges Treffen für Branchenkenner und –freunde fand am 18. und 19. September in Düsseldorf statt. Die RÜBIG Anlagentechnik lud dabei zur dritten Auflage ihres Nitrierseminars und durfte neben Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz auch Geschäftspartner aus Slowenien, Ungarn und Großbritannien empfangen.

Anders als bei vergleichbaren Seminaren stand nicht die Vermittlung von Theorie im Vordergrund sondern der Austausch von Praxisbeispielen und Erfahrungsberichten.

 

Die gesamte Fertigungskette im Blick

Um ein möglichst breites Spektrum an Beispielen aufzuzeigen wurden bewusst fast ausschließlich externe Vortragende eingeladen. So sorgten die Moderatoren Olaf Irretier und Marco Jost von IBW beispielsweise für die nötigen Grundlagen an Wärmebehandlung und Inputs, was es bei der Anschaffung von Anlagen zu berücksichtigen gibt.

Welche Stolperfallen aber auch Vorteile vorgelagerte Prozesse mit sich bringen präsentierten Markus Karlsohn, technischer Geschäftsführer bei Carl Gommann, und Volker Strobl, F&E-Leiter der RÜBIG Gruppe. Während sich Markus Karlsohn auf die Einflussnahme der Vorreinigung konzentrierte, referierte Volker Strobl über Effekte, die die mechanische Bearbeitung mit sich bringen kann.

Auch andere wichtige Härtereibetriebe waren vertreten. Uwe Schmelzing, technischer Direktor bei Hauck Heat Treatment Deutschland berichtete über aktuelle Anforderungen und Marktchancen für Härtereien, und die Entwicklung des Nitrierens bei Hauck. Frank Werz, Geschäftsführer bei der Spezialhärterei Werz, zeigte unterschiedliche Kombinationen von Härte- und Beschichtungsverfahren auf, um die Standzeiten von Werkzeugen zu verlängern.

Aus der Rolle eines Inhouse-Wärmebehandlers berichtete Roland Seeger, Prokurist der EMAG Zerbst Maschinenfabrik. Er erzählte von der spannenden Einführungsphase einer neuen Nitrierstrategie und den damit verbundenen Herausforderungen, eine hausinterne Wärmebehandlung aufzubauen.

Auch ein brillanter Beitrag der TU Bergakademie Freiberg konnte gewonnen werden. Anke Dalke berichtete dabei über aktuelle Forschungsarbeiten im Bereich des Niedertemperaturnitrierens von nichtrostenden Stählen und betonte dabei die Wichtigkeit Grundlagenforschung in die betriebliche Praxis überzuführen.

 

Was die Zukunft bringt

In einer Podiumsdiskussion wurde dann noch gemeinsam in die Zukunft geblickt. Auf alle Branchen werden große Herausforderungen zukommen – Fachkräftemangel, E-Mobilität, die Steigerung der Automatisierung oder Industrie 4.0 sind nur wenige Schlagwörter. Mit dieser Veranstaltung wurde allerdings wieder bestätigt, dass es gerade in Zeiten Umbruchs umso wichtiger ist gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten und sie selbst zu definieren, als getrennt voneinander.