Nitrieren: Gasnitrieren und Plasmanitrieren von RÜBIG

Verschleißfeste Randschicht, zäher Kern, minimaler Verzug. RÜBIG nitriert Stahlbauteile im Gas- und im Plasmaverfahren – vom Einzelteil bis zur Serie, geprüft im eigenen Werkstofflabor.

Anfrage zum Nitrieren

Gas- oder Plasmanitrieren?

Große Serien aus Vergütungsstahl oder ein rostfreies Einzelstück mit Null-Toleranz – für beides haben wir das richtige Nitrierverfahren. Gas oder Plasma: Der Vergleich zeigt in einer Tabelle, welches Ihr Bauteil härter, präziser und länger im Einsatz hält.

Verfahren vergleichen

Das passende Nitrierverfahren für Ihr Bauteil

Rostfrei oder Baustahl, Serie oder Einzelstück, Vollfläche oder Teilbereich – sechs Faustregeln aus unserer Härterei geben in einer Minute die Antwort.

Zur Entscheidungshilfe

Nitrieren ist ein thermochemisches Verfahren zur Randschichthärtung: Stickstoff diffundiert bei Temperaturen unterhalb der Umwandlungstemperatur in die Oberfläche des Stahls und bildet dort Nitride. Es entsteht eine harte, dichte Verbindungsschicht und darunter eine Diffusionsschicht, die den Härteverlauf in den Kern trägt. Bei RÜBIG gehört Nitrieren seit Jahrzehnten zum Kern der Härtetechnik: Wir nitrieren in Wels und Prievidza im Gas- und Plasmaverfahren und bauen in der eigenen Anlagentechnik die Nitrieranlagen dazu.

Anders als beim Einsatz- oder Vakuumhärten wird das Gefüge nicht umgewandelt und nicht abgeschreckt. Deshalb bleibt der Verzug gering – fertig bearbeitete Bauteile lassen sich meist ohne Nacharbeit nitrieren. Nitrieren (auch Nitrierhärten genannt) erhöht Verschleißbeständigkeit, Dauerfestigkeit und – mit Nachoxidation – den Korrosionsschutz.

Drei Kennwerte beschreiben das Ergebnis und werden mit Ihnen vorab festgelegt:

OFHOberflächenhärte

Härte in der Verbindungsschicht, abhängig vom Werkstoff – Nitrierstähle mit Cr, Al und Mo erreichen die höchsten Werte.

NHTNitrierhärtetiefe

Tiefe, bis zu der die Härte über dem Kernwert liegt. Wird über Zeit, Temperatur und Prozessführung eingestellt.

VSVerbindungsschicht­dicke

Dicke der äußeren Nitridschicht. Je nach Beanspruchung gezielt dick, dünn oder verbindungsschichtfrei.

Zwei Nitrierverfahren, ein Ansprechpartner

RÜBIG betreibt beide industriell relevanten Nitrierverfahren im eigenen Haus. Welches passt, entscheiden Werkstoff, Geometrie, Stückzahl und Anforderungsprofil.

Gasnitrieren

Der Stickstoff kommt aus Ammoniakgas, das an der Bauteiloberfläche zerfällt. Der Prozess läuft bei 500 bis 600 °C in Schacht- und Haubenöfen – das wirtschaftliche Standardverfahren für niedrig- bis mittellegierte Stähle und große Chargen.

  • Kurzzeit-, Normal- und Langzeitnitrieren, Nitrocarburieren
  • GASOX®: Nachoxidation für Korrosionsschutz und niedrigen Reibwert
  • Optionale Nitrierkennzahl-Regelung (KN) für reproduzierbare Schichten
  • Nutzraum Ø 1.500 × 2.400 mm, Chargen bis 7.500 kg
  • Standort Wels
Zum Gasnitrieren
Plasmanitrieren

In einer gepulsten Glimmentladung wird Stickstoff aktiviert und in die Oberfläche eingebracht. Das Verfahren arbeitet meist bei niedrigeren Temperaturen, kommt ohne toxische Gase aus und erschließt auch hochlegierte und rostfreie Stähle.

  • PLASNIT®, PLASOX® (mit Oxidation), PLAPOL für Werkzeugstähle
  • Partielles Nitrieren durch mechanisches Abdecken möglich
  • Geringste Maßänderung aller Nitrierverfahren
  • Nutzraum Ø 1.500 × 6.000 mm, Chargen bis 10.000 kg
  • Standorte Wels und Prievidza (SK)
Zum Plasmanitrieren

Gasnitrieren und Plasmanitrieren im Vergleich

KriteriumGasnitrierenPlasmanitrieren
StickstoffquelleAmmoniakgas (NH3), zerfällt an der BauteiloberflächeStickstoff-Wasserstoff-Gemisch, aktiviert in gepulster Glimmentladung
Prozesstemperatur500 – 600 °Cmeist niedriger, an Werkstoff und Vorbehandlung angepasst
WerkstoffeNiedrig- bis mittellegierte Stähle: Nitrier-, Vergütungs-, Bau- und WerkzeugstähleNiedrig- bis hochlegierte Stähle inkl. rostfreier Stähle (auf Anfrage), Kunststoffformenstähle
SchichtaufbauVerbindungs- und Diffusionsschicht; Verbindungsschichtdicke über Prozessführung steuerbarKompakte, dichte Verbindungsschicht mit erhöhter Duktilität; gezielt auch verbindungsschichtarm
Verzug / MaßänderungGering – fertig bearbeitete Teile möglichGeringste Maßänderung unter den Wärmebehandlungen
BauteilgeometrieGroße Chargen, Massenteile, Bohrungen und Innenflächen werden gleichmäßig erreichtGroße Einzelteile bis 6 m Höhe, partielles Nitrieren durch Abdecken; enge Bohrungen eingeschränkt
NachoxidationGASOX® – in-process oder als eigener SchrittPLASOX® – Oxidschicht in der Verbindungsschicht
Typische BauteileKurbelwellen, Nockenwellen, Hydraulikteile, Spritzgießwerkzeuge, PräzisionsteileZahnräder, Wellen, Werkzeuge, Formen, Großgetriebe und Hohlräder für Windkraft
Max. Nutzraum / ChargeØ 1.500 mm × 2.400 mm · 7.500 kgØ 1.500 mm × 6.000 mm · 10.000 kg
StandortWelsWels, Prievidza

Typische Nitrierhärtetiefen und Verbindungsschichtdicken je Stahlsorte finden Sie auf den Verfahrensseiten. Welches Verfahren für Ihren Werkstoff und Ihre Zeichnungsanforderung das richtige ist, klären wir in der Beratung.

Welches Nitrierverfahren passt zu Ihrem Bauteil?

Sechs Faustregeln aus der Praxis unserer Härterei.

Zahnräder im violetten Plasmafeld beim Plasmanitrieren
PlasmanitrierenRostfreier oder hochlegierter Stahl

Die Glimmentladung bricht die Passivschicht auf, die das Gasnitrieren blockiert.

Stahlbauteile in der Charge beim Gasnitrieren
GasnitrierenGroßserie aus Vergütungs- oder Nitrierstahl

Hohe Chargenauslastung, reproduzierbar über KN-Regelung.

Bestückte Chargenhalterung vor dem Plasmanitrieren
PlasmanitrierenEngste Toleranzen, keine Nacharbeit möglich

Geringste Maßänderung, niedrigere Temperatur.

Bauteile im aktiven Plasmafeld der MICROPULS Everest
PlasmanitrierenNur Teilflächen nitrieren

Mechanisches Abdecken statt aufwendiger Pasten oder Verkupferung.

Kurbelwelle nach Gasnitrieren und Oxidieren mit GASOX
Gas oder PlasmaKorrosionsschutz gefordert

Beides, mit Nachoxidation: GASOX® beim Gas-, PLASOX® beim Plasmanitrieren.

Präzisionsbauteil mit DLC-Beschichtung im Duplex-Verfahren
PLAPOL oder DuplexHöchste Verschleißfestigkeit auf Werkzeugstahl

PLAPOL oder Duplex: Nitrieren plus PACVD- bzw. PVD-Beschichtung aus einer Hand.

Typische Anwendungen

  • Kurbel- und Nockenwellen
  • Zahnräder und Hohlräder
  • Spritzgieß- und Druckgusswerkzeuge
  • Schmiedegesenke
  • Hydraulikkomponenten
  • Gewindewalzwerkzeuge
  • Extrusionswerkzeuge
  • Großgetriebe Windkraft
  • Präzisionsteile Maschinenbau

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